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Beim Blick in die Tageszeitung und die abendliche Nachrichtensendung wird es vielen zunehmend mulmiger –
Kurzarbeit, betriebsbedingte Kündigungen, drohende Insolvenzen sind die zentralen Themen. Die Wirtschafts- und Finanzkrise ist in den einzelnen Betrieben angekommen. Die Unsicherheit in der Belegschaft und damit deren Informations- und Vertretungsbedarf wächst. »In Krisenzeiten wie heute ist es immens wichtig, starke und kreative Betriebsräte zu haben«, bringt es Dina Bösch, Mitglied des ver.di-Bundesvorstandes, aktuell auf den Punkt.
BR-Arbeit: keine Schönwetterveranstaltung
Spätestens jetzt wird vielen klar, dass die tägliche Betriebsratsarbeit auch unter weniger verschärften Bedingungen keine Schönwetterveranstaltung ist. Was von den Mitarbeitern häufig nur als »selbstverständliche Dienstleistung« angesehen wird, führt auf Arbeitgeberseite eher selten zu Sympathiebekundungen. Betriebsräte erbringen – ob freigestellt oder nicht – eine unverzichtbare Arbeit, doch der Lohn in Form von Anerkennung und Würdigung ihres Einsatzes bleibt ihnen häufig versagt. Wer nicht selbst im Gremium arbeitet, weiß kaum, wie viel Eigenmotivation und Energie notwendig und wie viele kleine und große Auseinandersetzungen
auszufechten sind, um die Interessen der Belegschaft kontinuierlich zu wahren und durchzusetzen. Viele von Ihnen arbeiten bereits am Anschlag. Wenn Sie täglich als »Feuerwehrmann« in Sachen Mitbestimmung und Interessenvertretung unterwegs sind, werden Sie sich vielleicht fragen »Soll ich mich jetzt noch hinsetzen und eine Bewerbung für den Deutschen Betriebsräte-Preis einreichen?«
Signalwirkung: Bewerben Sie sich – jetzt erst recht!
Die Antwort lautet: Ja – genau jetzt ist dafür der richtige Zeitpunkt! Denn Ihre erfolgreich abgeschlossenen Projekte können gerade in diesen Zeiten ein Signal dafür setzen, dass sich der Einsatz als Betriebsrat lohnt, selbst wenn Ergebnisse der Vergangenheit heute unter zum Teil anderen Vorzeichen erscheinen. Ihr geleistetes Engagement wird dadurch nicht geschmälert – ganz im Gegenteil – und andere Kollegen können von Ihren Erfahrungen lernen, daran partizipieren und diese vielleicht für ihre eigene zukünftige Arbeit verwenden.Der »Deutsche Betriebsräte-Preis« setzt also ein deutliches Zeichen gegen die Krise und würdigt hervorragende Betriebsratsarbeit. Unter der Schirmherrschaft von Olaf
Scholz, Bundesminister für Arbeit und Soziales, vergibt die Zeitschrift »Arbeitsrecht im Betrieb« in Kooperation mit der Mitbestimmungsberatung [m]5-consulting erstmals diesen Preis. Ausgezeichnet und gewürdigt werden konkrete Projekte aus den Jahren 2007 2009 –unabhängig davon, ob sie von einzelnen Betriebsratsmitgliedern, kompletten Gremien oder auch betriebsübergreifenden BR-Kooperationen durchgeführt worden sind.
Erste Bewerbungen liegen vor
Zu den ersten Bewerbungen zählt ein Projekt, das in Zusammenarbeit
von Betriebsräten aus drei unterschiedlichen Unternehmen entstanden ist: Jörg Pohl, BR-Vorsitzender von Goodyear Dunlop, Hanau, Heinz-Gerhard Adam, BR-Vorsitzender von Bilfinger Berger Industrial Services, Frankfurt, und Adelaida Luschnat, stellvertretende BR-Vorsitzende von Evonik Services, Frankfurt, haben ein neues Entlohnungssystem im Zusammenhang mit Gruppenarbeit entwickelt. Auf Grundlage erster Vorarbeiten wurde dieses Projekt dann im Rahmen eines berufsbegleitenden Studiums zum Veränderungsmanagement im Jahrgang 2007/2008, das alle drei Betriebsräte an der Ruhr-Universität Bochum erfolgreich absolvierten, ausgearbeitet. Auf die Theorie folgte dann die Praxis: Der 1. Teilabschnitt des neuen Entlohnungssystems ist erfolgreich eingeführt und hat sich auch in der aktuellen Krise bereits bewährt. »Wir sind überzeugt von unserem Konzept, die Umsetzung im betrieblichen Alltag funktioniert – für uns Motivation genug«, so Jörg Pohl, »dieses Projekt selbstbewusst beim Deutschen Betriebsräte-Preis einzureichen und damit zu zeigen, das die Arbeit von Betriebsräten weit mehr ist als nur die Auslegung des Betriebsverfassungsgesetzes.«
Motivation für Ihre Arbeit
Der Preis soll Sie motivieren, sich weiter aktiv, kreativ und gestaltend für die Bewältigung von Krisen und die Erhaltung und Schaffung von vollwertigen Arbeitsplätzen einzusetzen.
Ein Jahr vor den BR-Wahlen wird mit dem »Deutschen Betriebsräte-Preis« neben der Wertschätzung ausgezeichneter Projekte – aber auch der Betriebsratsarbeit im Allgemeinen – eine stärkere öffentliche Wahrnehmung und Anerkennung verschafft.
Kurzbewerbung genügt
Nutzen Sie jetzt diese Gelegenheit. Die Kurzbewerbung erfordert nur wenig Zeit und Aufwand. Auf dem lediglich zweiseitigen Teilnahmebogen skizzieren Sie Ihr konkretes Projekt und stellen dessen Besonderheiten dar. Diese schnell erstellten Basisinformationen senden Sie bitte bis zum 30.04.2009 an uns zurück. Aber auch Vorschläge von dritten Personen, die Kenntnis über BR-Projekte haben und diese für preiswürdig halten, sind herzlich willkommen. Den Teilnahmebogen finden Sie als Beilage in diesem Heft oder zum einfachen Download im Internet unter www.deutscherbetriebsraete-preis.de. Dort sind auch noch einmal alle Informationen übersichtlich zusammengestellt.
Feedback von Experten
Ein weiteres wichtiges Argument spricht für die Teilnahme:
Jede Bewerbung wird von einer Jury geprüft. Diese wertet die eingereichten Arbeiten aus, diskutiert die Ergebnisse und jeder Teilnehmer erhält ein individuelles Feedback. Damit eröffnet sich Ihnen die einmalige Gelegenheit, eine qualifizierte Rückmeldung auf Ihre Arbeit zu erhalten. Denn – Hand aufs Herz – wer freut sich nicht, wenn sein Engagement wahrgenommen und gewürdigt wird. Lob und Anerkennung sind echte Motivatoren, um sich auch in Zukunft für die Kollegen einzusetzen. Außerdem erhält jeder Teilnehmer ein Zertifikat vom Deutschen Betriebsräte-Preis.
Kriterien und Projektthemen
Die Kriterien für die Bewertung der einzelnen Arbeiten sind u. a. die Umsetzbarkeit und Übertragbarkeit der durchgeführten Projekte sowie die konkreten Auswirkungen auf den betrieblichen Alltag. Darüber hinaus prüft die Jury alle eingereichten Arbeiten hinsichtlich ihres Innovationsgrades und bewertet die im Projekt umgesetzte Teamleistung im BR-Gremium sowie Art und Umfang der unternehmensinternen Kooperation. Zu welchen Themen/Projekten können Arbeiten eingereicht werden? Dazu ein paar Schlagworte, ohne Anspruch auf Vollständigkeit.
Die Reihenfolge der Themen ist beliebig gewählt und stellt keinen
Hinweis auf deren Priorität dar:
- Zusammenarbeit in Wirtschaftsausschuss, Aufsichtsrat und BR-Gremien
- Entwicklung/Umsetzung von Arbeitszeitmodellen
- Konzepte zur Kurzarbeit und Qualifizierung
- Modelle und Konzepte zum Thema Führung und Delegation von Verantwortung
- Vergütung: Ansätze für neue Regelungen und Umsetzungen im Unternehmen
Die hochkarätig besetzte Jury ist mit prominenten Vertretern aus Gewerkschaften, Wissenschaft und ausgewiesenen Betriebsratspraktikern besetzt.
Die Jury
Dazu zählen u.a.: Dina Bösch, Mitglied des ver.di-Bundesvorstands, Klaus Franz, Vorsitzender des Konzern- und Gesamtbetriebsrats der Adam Opel AG, Thorsten Halm, Mitgeschäftsführer von [m]5-consulting, Dietmar Hexel, Mitglied des DGB-Bundesvorstands, Dr. Thomas Klebe, Leiter des Justiziariats des IG Metall-Vorstands, Eva-Maria Stoppkotte, verantwortliche Redakteurin der Zeitschrift »Arbeitsrecht im Betrieb« und Prof. Dr. Heinrich Wottawa, Ruhr-Universität Bochum. Insgesamt können bis zu zwölf Bewerber für den Preis nominiert werden.
Bis zu sechs Nominierte haben dann die Möglichkeit, am 7.10.2009 ihre Projekte auf dem »Bonner BetriebsräteTag« öffentlich zu präsentieren. An diesem Tag findet dann im Rahmen einer feierlichen Abendveranstaltung die offizielle Preisverleihung statt.
Die Zeitschrift »Arbeitsrecht im Betrieb« wird bereits im Vorfeld umfangreich über die Nominierten berichten und deren Projekte ausführlich vorstellen. Bei über 100.000 Lesern monatlich ein ideales Forum, um Ihre guten Ideen und konkreten Ergebnisse bundesweit öffentlich zu machen.
Die Auszeichnung
Der Preis versteht sich als hochrangige Auszeichnung, die bewusst nicht mit einem Geldbetrag dotiert ist. Vielmehr stehen die offizielle Ehrung der Preisträger, die ausführliche Präsentation der nominierten Projekte auf dem »Bonner BetriebsräteTag« und die Publikation in der Zeitschrift »Arbeitsrecht im Betrieb« sowie die Würdigung aller Teilnehmer im Vordergrund.
Ganz ohne etwas in der Hand zu halten, werden die Preisträger aber nicht nach Hause kommen. Eine Künstlerin ist damit beauftragt, eine Art »Oscar« zu entwerfen, damit die Ehrung sich auch sichtbar im Betriebsratsbüro platzieren lässt.
Fazit
Haben wir Sie ein wenig motivieren können? Jetzt liegt es nur noch an Ihnen. Nutzen Sie die Chance und bewerben Sie sich mit Ihrem Projekt für den »Deutschen Betriebsräte-Preis« 2009 oder schlagen Sie aktiv preiswürdiges BR-Engagement vor. Zum Abschluss noch ein »Mutmacher« von Jury-Mitglied Klaus Franz: »Mit der Einrichtung und Vergabe des Deutschen Betriebsräte-Preises 2009 ist ein wichtiger Schritt gelungen, erfolgreiche Betriebsratsarbeit zu würdigen.
Betriebsräte spielen heutzutage eine bedeutende Rolle bei der Bewältigung von schwierigen Situationen im Betrieb, agieren aber meist im Hintergrund. Sie entwickeln zukunftsorientierte Lösungen, zum Beispiel bei der Sicherung oder Schaffung von Arbeitsplätzen, und innovative Konzepte, um die Anforderungen an sich verändernde Arbeitsbedingungen im Sinne der Beschäftigten positiv zu gestalten.
Ich möchte alle Betriebsratsgremien ermuntern, sich mit ihren Projekten und Initiativen zu beteiligen und damit einen Beitrag zu leisten, dass der Wert von engagierter, professioneller Betriebsratsarbeit in den Betrieben und in der Öffentlichkeit erkannt und anerkannt wird.«
Christof Herrmann ist Pressesprecher des Bund-Verlags.
Den Beitrag von Christof Herrmann finden Sie auch in »Arbeitsrecht im Betrieb«, Ausgabe 04/2009.
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