Eine Ausbildung oder ein Studium nimmt Jahre in Anspruch. Daher sollte man annehmen, dass formal Höhergebildete eine kürzere Lebensarbeitszeit haben, weil sie später ins Berufsleben starten. Das Gegenteil ist der Fall, wie eine neue Studie des Bundesinstituts für Bevölkerungsforschung (BiB) und des Max-Planck-Instituts für demografische Forschung (MPIDR) zeigt: Je höher der Bildungsabschluss einer Person, desto länger sind sie im Durchschnitt erwerbstätig.
Konkret lag die Lebensarbeitszeit im Jahr 2025 bei Männern mit hoher Bildung bei 40,6 Jahren, während es bei Männern mit niedriger Bildung nur 31,3 Jahre waren – ein Unterschied von mehr als neun Jahren. Bei Frauen betrug die Differenz sogar 14 Jahre: Während solche mit hohem Bildungsgrad im Schnitt 31,9 Jahre arbeiteten, waren es bei Frauen mit niedriger Bildung 17,9 Jahre. Insgesamt belief sich die durchschnittliche Lebensarbeitszeit von Männern auf 38,8 Jahre, bei Frauen auf 28,8 Jahre.