Wo es Beschäftigten an grundlegenden Kompetenzen mangelt, kann niemand zufrieden sein. Während der Arbeitgeber das Risiko geringerer Effizienz und Produktivität in Kauf nimmt, müssen die Kolleg*innen der Betroffenen mit mehr Fragen und auch mehr Arbeit rechnen. „Die Beschäftigten wiederum berichten in diesem Zusammenhang häufiger von Überforderung, erhöhtem Stress und geringerer Arbeitszufriedenheit“, betont Stephan Bischof. Daher sei es wichtig, mehr qualifizierte Fachkräfte zu gewinnen.
Das ist leichter gesagt als getan. Bischof rät zu einer Stärkung der beruflichen Ausbildung in besonders betroffenen Bereichen. Schnellere Erfolge dürfte allerdings die gezielte Förderung von Weiterbildungsmaßnahmen und der Ausbau entsprechender Angebote durch den Arbeitgeber bringen.
Zwar ist eine hundertprozentige Passung zwischen den Anforderungsprofilen von Arbeitsplätzen und den Kompetenzen der Beschäftigten nicht realistisch. Auf jeden Fall aber sollten Betriebe auf eine Annäherung hinwirken. Denn vor dem Hintergrund des demografischen Wandels und eines rückläufigen Erwerbspersonenpotenzials ist laut Bericht davon auszugehen, dass sich bestehende Arbeitskräfteengpässe und damit einhergehende Passungsprobleme weiter verschärfen. Und eine bessere Lösung für das oben beschriebene Dilemma wird es kaum geben.
Für Betriebsräte bieten sich unter dem Aspekt Weiterbildung gute Möglichkeiten der Einflussnahme auf die für Unternehmen als auch Beschäftigte schwierige Situation. So verpflichtet das Betriebsverfassungsgesetz Arbeitgeber und Betriebsrat, die Berufsbildung der Arbeitnehmer zu fördern: „Der Arbeitgeber hat auf Verlangen des Betriebsrats den Berufsbildungsbedarf zu ermitteln und mit ihm Fragen der Berufsbildung der Arbeitnehmer des Betriebs zu beraten. Hierzu kann der Betriebsrat Vorschläge machen.“ (BetrVG, § 96, Abs.1)
Konkret können das beispielsweise Vorschläge zu Schulungen oder Seminaren in Themenbereichen sein, in denen Nachholbedarf besteht. Darüber hinaus kann der Betriebsrat individuelle Beratungsangebote für Mitarbeiter*innen organisieren, etwa Kompetenzchecks oder eine Laufbahnberatung. Auf lange Sicht hilft zudem ein gemeinsam mit dem Arbeitgeber abgestimmter betrieblicher Bildungsplan, Kompetenzlücken abzubauen.
Zur Studie des BiB geht es hier: BiB – Pressemitteilungen – BiB.Aktuell 3/2026