Gleichberechtigung

Vielfalt ist Unternehmensalltag – Diskriminierung auch

Die Belegschaften deutscher Unternehmen sind durchaus divers zusammengesetzt. Gleichzeitig fühlen sich viele Beschäftigte diskriminiert. Das geht aus einer von der Hans-Böckler-Stiftung geförderten Studie hervor. 

Vielfalt ist in Unternehmen gelebte Realität. Und doch gibt es nach wie vor viele Menschen, die sich am Arbeitsplatz diskriminiert fühlen. Darauf weist eine von der Hans-Böckler-Stiftung geförderten Studie unter rund 2.500 abhängig Beschäftigten hin.  

85 Prozent der Befragten weisen mindestens ein Merkmal auf, das im Allgemeinen Gleichbehandlungsgesetz (AGG) geschützt ist. Am stärksten von Diskriminierung scheinen Angehörige nicht-christlicher Religionen betroffen – 16 Prozent dieser Gruppe berichteten über Benachteiligungen am Arbeitsplatz, was jedoch keineswegs auf Angehörige kulturell-religiöser Minderheiten beschränkt ist: „Bei Alten und Jungen beträgt der Anteil derjenigen, die sich wegen des entsprechenden Merkmals benachteiligt fühlen, jeweils zwölf Prozent“, heißt es in der Studie. 

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Diskriminierung hinterlässt Spuren

Dieses Gefühl hat natürlich Folgen. Die Ergebnisse deuten auch darauf hin, dass sich Diskriminierung und Stigmatisierung auf das Wohlbefinden der Betroffenen auswirken. Beschäftigte mit Diversitätsmerkmalen berichteten zu 65 Prozent von mentaler Erschöpfung. 35 Prozent empfanden ihre Arbeitssituation als psychisch belastend. 

Bei anderen Beschäftigten lagen diese Werte niedriger. All das kann der Studie zufolge zu höheren Kosten für Arbeitgeber und die Gesellschaft führen, etwa durch Krankheitsausfälle, ungenutzte Potenziale und eine erhöhte Fluktuation unter Beschäftigten. 

Die Studienautoren empfehlen Unternehmen, Vielfalt und Chancengerechtigkeit strukturell zu verankern. Möglichkeiten hierzu böten verbindliche Zielsetzungen, kontinuierliches Monitoring und klar definierte Zuständigkeiten. Zudem brauche es eine offene Unternehmenskultur, die Stigmatisierung abbaut und Beschäftigte gezielt für das Thema Diskriminierung sensibilisiert. 

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